Andalusien, die Route der Sonne und des Weins und Reiten bei Heidi

Der Himmel ist heute wieder bedeckt, macht aber dennoch einen freundlichen Eindruck. Also raus in die angenehm warme Wirklichkeit und, weil ja lecker, erst mal zum Bäcker. Da ich ziemlich früh im Bett war, bin ich heute auch mal ein bisschen eher unterwegs. Die heutige Route durch die Axarquia in der Provinz Malaga bringt mich wieder in neue Orte und andere Bereiche, die noch nicht gesehen habe. Der Ausgangsort dieser Route ist recht nahe bei meiner Unterkunft. Von Torrox Costa bis nach Algarrobo Costa sind es nur wenige Kilometer. Deshalb fahre ich auch die Küstenstrasse N-340.

Der erste Ort auf meiner heutigen Route ist Algarrobo. Das ursprüngliche Dorf, von dem der Ort an der Küste den Namen mit dem Zusatz Costa übernommen hat. Mein Weg führt mich zu der Kirche, die in meinem Routenführer von Schlosser-Reisen besonders empfohlen wird. Parken an der Durchgangsstrasse geht gut und die Kirche ist ausgeschildert. Ich gehe vorbei an einem schönen kleinen Park zu den Häusern in die kleinen Gassen. In der ersten Gasse sehe ich zwei Frauen, die eifrig die Strasse fegen. auf meinen Weg zur Kirche fällt mir auf, dass dieser Ort anders ist als die anderen Dörfer. Er ist besonders sauber, die Häuser frisch weiß gestrichen und auch sonst scheint alles in einem sehr guten Zustand zu sein. Bei der Kirche angekommen, ist ein Maler dabei die Türumrandung neu zu streichen. Das könnte auch in Vorbereitung auf Semana Santa, dem Fest zu Ostern sein. Da der Maler dort aktiv ist, habe ich Glück und die Kirche ist geöffnet. Wie erwartet ist diese Kirche innen sehr schlicht und in den Seitennischen sind die Heiligen, die den Ort und die hiesigen Menschen beschützen. Diese schlichte Kirche ist ebenso wunderbar wie der ganze Ort. Auf meinem weiteren Weg durch den Ort sehe ich viele Hinweisschilder mit Bildern von den Besonderheiten des Ortes. Die Informationen sind in spanisch, englisch und in deutsch. So etwas habe ich noch nirgends gesehen. Irgendjemand hat begriffen, wie so ein Ort sich schön darstellen kann. Auf meiner Fahrt sehe ich nun auch die ersten Weinberge und die Sonne kommt langsam durch die Wolkendecke. Also die Tour macht ihrem Namen alle Ehre.

Diese Tour ist zwar im Nahbereich einiger der anderen Touren, dennoch ist durch die vielen Weinberge und die Lage der Berge es wieder anders und für mich sehr schön anzusehen. Je weiter ich mit meiner Tour komme, umso steiler wird die Strasse. Aber mein kleiner Mietwagen schnurrt locker die Berge hoch. Schon von weitem sind die weißen Dörfer an den grünen Bergen zu sehen. Am Wendepunkt meiner Tour in Canillas de Albaida lege ich auf dem Marktplatz eine Pause mit Kaffe solo und Wasser ein. Hier ist auch die Ruhe zu hören und wie in fast allen weißen Dörfern bin ich der einzige Tourist. Die Menschen sind alle recht freundlich und freuen sich sichtlich, wenn ich sie mit einem „Hola“ oder „Buenos Dias“ begrüße.

Nach einer sehr kurvenreichen Abfahrt bin ich gegen Mittag wieder an der Küste. In Torrox Costa habe ich mir die Promenade und den Leuchtturm angesehen, um dann nach Nerja zu fahren. Dort hat mich der Hunger übermann und ich habe der Empfehlung meines Tourenplanes folgend im Restaurant EL Puente ganz lecker gegessen. Ich hatte richtig Hunger und war sehr erfreut, dass die Seezunge groß und sehr sehr lecker war. Auch der Salat, die Pommes und der Reis mit Gemüse sorgten für eine angenehme Sättigung. Der Espresso rundete alles wunderbar ab. Angenehm ist auch, dass ich den Wagen hier stehen lassen kann und zu Fuß in den Ort laufen kann.

Nerja ist nun deutlich größer als die Dörfer, die ich sonst besucht habe. Hier ist Leben, allerdings sind die meisten Geschäfte geschlossen, weil Siesta ist. Somit bleibe ich nicht lange und fahre weiter in Richtung Maro. Dieser kleine Ort direkt am Mittelmeer hat auch die Zeit der Veränderung verschlafen, was für allerdings sehr gut ist. Hier tickt die Zeit auch wesentlich langsamer als im Nachbarort, dem pulsierenden Nerja. Die sehenswerten Höhlen haben nun auch Siesta, aber die kann ich mir ja zu einem anderen Zeitpunkt ansehen.

Weiter in das mehrfach prämierte weiße Dorf Frigiliana. Die Anfahrt ist einfach zu finden, weil es von Nerja aus fast grade zum Ort hoch geht. Dem Tourplan folgend parke ich unterhalb des Ortes und erklimme die schmalen Gassen bin nach oben. Der Ausblick ist prima und die vielen Blumen an den weißen Häuserwänden wirken auch sehr schön. Nun habe ich alles gesehen und fahre zurück nach Torrox Costa.

In meiner Information in dem gemieteten Appartement war ein Hinweis, dass ich für 17 Euro pro Stunde bei Heidi auf einem andalusischen Pferd reiten kann. Dass will ich in dem Reisebüro bei Schlosser-Reisen mal erfragen. Der Tag ist noch früh und die öffnen jetzt um 16:30 Uhr. Die Mitarbeiterin hat bei Heidi angerufen und erfahren, dass sie zurzeit mit einer Gruppe unterwegs ist und auch für morgen bereits eine Buchung hat. Ich lasse mich für Freitag oder Samstag vormerken, weil ich ja Am Sonntag abreisen werde.

Somit habe ich nun frei und werde den Tag auf der Promenade von Torrox-Costa bei einem kleinen Essen und ein bis zwei Bierchen ausklingen lassen.

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