Kunst- und Gebrauchs-Keramik aus Ubeda, Einzelstücke handgemacht, einzigartig

Im Mai 2010 haben meine Frau und ich die Ton-Künstler von Ubeda gefunden und kennen gelernt. Von da an hat mich die Keramik beschäftigt und auch begeistert. Denn die Keramik-Produkte, die dort entstehen sind alle handgefertigt und Einzelstücke.

Seit diesem denkwürdigen Mai sind ein paar Monte und unzählige Emails vergangen und ein fester Besuchstermin steht bevor. Wenn ich so zurück denke, war es fast wie Liebe auf den ersten Blick, als ich im Mai, dank der Eingebung meiner Frau, das erste Mal in diesem Keramik-Laden war.    

Keramik Angebot
Keramik Angebot

Deswegen stehen Kai und ich nun auch in einem Meer  unterschiedlichster Keramik-Produkten. Eine Keramik schöner als die Andere, in den unterschiedlichsten Formen und Arten. Die überwiegende Farben der Keramikgefäße sind blau und grün, einige sind in verschiedenen Farben bemalt und ein paar wenige in gelb. Auch gibt es Keramik, die mit Bildern bemalt ist und ein paar Keramikfiguren. Große Keramikschalen hängen an den Wänden.    

 Überhaupt, das Szenario in dem Ausstellungsraum der vielen Keramikgefäße ist schon was Besonderes. Der Raum mit seinem Innenhof und den ihn umrahmenden „Wandelgängen“ erinnert an eine Art Kreuzgänge aus den alten Klostern. Überall Keramikvasen, Keramikteller, Keramikschalen, Keramikbecher, Keramik in jeder Art und Form. Es ist fast unglaublich was Künstler wie die Familie TITO aus etwas Ton so wunderbares machen können.    

Keramik Ausstellungsraum
Keramik Ausstellungsraum

  Vier Tage vor unserem geplanten Termin in Ubeda hat mir Pablo eine Email geschickt und sich den Termin noch mal bestätigen lassen. Gleichzeitig hat er mir mitgeteilt, dass sie für uns in der Werkstatt einen Platz für unser Auto frei geräumt haben. Das erwies sich als zweckmäßig und sehr angenehm, weil dort, mitten in der Altstadt nur wenige Parkplätze zu Verfügung stehen. Zusätzlich war die Außentemperatur auf deutlich über 30 Grad angestiegen.    

 Die Begrüßung von Pablo, meinem englisch schreibenden Kontaktmann und mit TITO junior war freundlich abwartend. Beide zeigten uns zuerst den großen Ausstellungsraum mit der riesigen Auswahl an unterschiedlichsten Keramik-Produkten.    

TITO-Junior bei der Arbeit
TITO-Junior bei der Arbeit

Vorne rechts im Verkaufsraum hat TITO-Junior seine Töpferscheibe, wo ich ihn im Mai ja kennengelernt habe. Hier hat alles angefangen, na ja eigentlich fängt es immer noch an und wir alle hoffen, dass wir gemeinsam erfolgreich sein werden.    

Während wir durch den großen Verkaufsraum gehen, sehen wir hinten rechts eine weitere Töpferscheibe. Hier hat TITO-Senior seine Wirkungsstätte. Den in seiner Art und aussehen beeindruckende TITO-Senior werden wir später noch persönlich kennen lernen.    

Der Ausstellungsbereich mit der Keramik umrahmt einen Lichthof mit großen grünen Pflanzen und einem kleinen Springbrunnen. Das ganze Szenario, die Rahmenbedingungen sind in beeindruckender Weise einzigartig.    

Patio mit Keramik
Patio mit Keramik

In den Regalen im hinteren Bereich des Ausstellungsraumes sind verschieden Figuren zu bewundern. Wir sehen dort einen modernen stilisierten Stier und auch mehrere Bison, die auch als Indianerbüffel bezeichnet werden.    

Sowohl der Kermaik-Stier, als auch die Kermaik-Bison sehen sehr gut aus. Die Bison sehen sich sehr ähnlich, unterscheiden sich aber in kleinen Details, wie Gesichtsausdruck, etwas die Körperform. Es sind halt alles handgemachte Einzelstücke. Von Pablo erfahren wir, dass die Kermik-Bison mit einer ganz besonderen Technik gebrannt werden und dadurch die besondere Farbe des glänzenden „Fells“ bekommen. Einer dieser Bison wird später meinen Schreibtisch zieren.    

Weiter auf dem Rundgang sehen wir noch andere Formen und Arten von Keramik-Gefäßen und auch Wandlampen aus Keramik. Nachdem wir die große Keramikauswahl bewundert haben, besprechen wir mit unseren zukünftigen Partnern, mit welcher Produktpalette wir den Verkauf beginnen wollen.    

Wir bekommen einen großen Arbeitstisch zur Verfügung gestellt, wo wir unsere Keramik-Schönheiten fotografieren können. Diese Bilder werden später den Kunden in unserem Keramik Shop zeigen, welche Keramik-Artikel aus Ubeda dort gekauft werden können.    

Die Auswahl, die wir zwischen den unterschiedlichsten Keramik-Exponaten zu treffen hatten war recht schwierig. Da ich aber sehr entscheidungsfreudig bin, ging die Arbeit zügig voran. 
Nachdem dann der für uns wichtigste Teil des Besuches erledigt war, kam dann der Überraschungsteil und damit für mich der schwierigste Part.    

TITO Junior hat uns in die Kunst des töpfern eingewiesen. Getöpfert habe ich gefühlt vor knapp hundert Jahren, deshalb durfte Kai beginnen. Unerwartet stellte sich Kai dabei recht geschickt an und vor meinen bewundernden Blicken entstand so etwas wie eine kleine Schale. Das Lob des Künstlers schmeichelte ihm sichtlich. Mit Recht, wie ich nach meinem eigenen Versuch feststellen durfte.    

Mit dem Gedanken, das kann ja nicht so schwierig sein, machte ich mich ans Werk. „Pustekuchen“, selbst beim dritten Versuch wollte es nicht glücken. Nun gut, ich brauche nicht alles können. Jeder macht dass, was er am Besten kann. Zumindest war an meiner Hose und an meinem Hemd zu erkennen, dass ich mich bemüht habe.    

Nach diesem Versuch, es dem Künstler gleich zu tun, erwartete uns der angenehmste Teil unseres Besuches, das Mittagessen. Die Location, das Restaurant, neu und landestypisch war nur wenige Minuten zu Fuß von der Keramik-Werkstatt entfernt.    

Die Zusammenstellung der Vor- und Nachspeisen überließen wir unseren Gastgebern und für das Hauptgericht entschieden wir uns für Fisch. Da wir schon sehr oft, sehr viel und fast überall in Andalusien gegessen haben, hatten wir ungefähr eine Vorstellung, was uns hier erwartet. Dennoch war einiges anders.    

Die erste Überraschung bekamen wir mit der Vorvorspeise, dem Aioli. Wikipedia schreibt zu Aioli: Aioli ist eine aus dem Mittelmeerraum stammende kalte Creme, die vor allem aus Knoblauch, Olivenöl und Salz besteht. Das war bis zu diesem Essen auch unser Kenntnistand.    

Zum Entree serviert der elegante Kellner uns jedem ein schmales, rundes, halbhohes Glas mit einer weißen, leicht kremigen Flüssigkeit, die oben drauf ein Blatt, ähnlich wie Brunnenkresse hat. Jetzt heißt es abwarten, was die Gastgeber damit machen. Pablo und TITO Junior trinken die flüssige Aioli genussvoll aus. Na ja, das hätten wir auch ohne unsere Gastgeber hinbekommen.    

Die nächste Vorspeise ist Salat in verschiedenen Kreationen. Eine Platte in der Mitte und jeder hat seinen Teller und pickt von der Platte auf seinen Teller, was er so mag. Bis hierhin war alles schon mal lecker.    

Die dritte Vorspeise mit dem Namen „Ringrang“ war auch lecker, ist aber schwierig zu beschreiben. Wieder große Platte in die Mitte des Tisches. Auf der Längsachse der Platte war etwa nicht definierbares angehäuft, was sich als ein Gemischt aus klein geschnittenem Fisch gemischt mit was auch immer, aber zusammen sehr leckerem. Verziert war die Platte mit kleinen Scheiben eines Weisfisches, auf dem garniert Kaviar war. Unsere Gastgeber gaben aber zu denken, dass es wohl kein Beluga Kaviar sein wird.    

Dieses Ringrang war eine wunderbare Einstimmung auf den dann folgenden Fisch. Der Name des Fisches ist mir nicht im Gedächtnis geblieben, allerdings erinnere ich mich noch gut, dass der regionale Flussfisch reichlich und sehr lecker war. Die Verzierung des Tellers erfreute das Auge.    

Als Nachtisch durften wir aus einer Auswahl verschiedener süßen Leckereien wählen, die auf einer weiteren Platte für uns gemeinsam gereicht wurde. Anschließend noch einen Kaffee solo und wir waren alle satt und rundum zufrieden.    

Keramikmanufaktur TITO
Keramikmanufaktur TITO

In den Pausen zwischen den leckeren Gängen hatten wir die Möglichkeit, unsere Firma und unsere Marketingaktivitäten vorzustellen. Auch wurden die Details der Zusammenarbeit zwischen der Keramikfirma TITO und Schlosser-Reisen besprochen. Natürlich gehört für eine gute Vertrauensvolle Zusammenarbeit auch dazu, dass wir über unsere Familien und privates sprechen.    

Nachdem wir wieder in der Keramikwerkstatt am Auto waren, war die Vertrauenssituation so herzlich, als wenn wir uns schon lange recht gut kennen würden. Hilfreich für uns alle war sicher, dass die Chemie von Anfang an stimmte.    

 Auf der folgenden Rückfahrt hatten wir ausreichend Zeit, das Erlebte in der für uns neuen Keramikwelt zu verdauen und uns über die Umsetzung Gedanken zu machen.   

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