Neuer Fan für Urlaub in Spanien und Urlaub in Andalusien

Eine sehr nette Begebenheit mit besonderen Besuchern auf der Reisemesse in Leipzig begann am späten Nachmittag des 19. November 2010. Der Strom der Besucher lies wieder etwas nach und wir konnten zum dritten Mal das Unterhaltungsprogramm der regionalen Künstler über uns ergehen lassen.

Also wird es wohl werden wie gestern, als dann auch nicht mehr so viele Beratungshöhepunkte auf mich warteten. Doch dann kam es anderes als erwartet. Plötzlich, wie aus dem Nichts, stand vor mir ein über das ganze Gesicht strahlenden Chinese. Sein alter ungefähr 25 Jahre und für einen Chinesen mit cirka 1,75 recht groß. Bei genauerem Hinsehen war ich mir gar nicht so sicher, ob das überhaupt ein Chinese ist oder Japaner oder Koreaner.

Egal, der Mann hat Eintritt bezahlt und wird beraten. Als ich Ihn freundlich begrüßte, strahlte er über das ganze Gesicht und begann mit mir langsam, die richtigen Worte suchend, spanisch zu sprechen. Nun muss ich dazu sagen, mein Spanisch könnte besser sein, aber meinen Chinesen konnte ich verstehen. Nachdem er ausgesprochen hatte und ich ihn auch auf spanisch begrüßte hatte, freute er sich noch mehr.

Das Ganze ging dann einige Zeit hin und her, bis ich auf die Idee kam, ihm eine unserer tropischen Früchte zu schenken. Nun war er vor Freunde nicht mehr zu halten. Zu meinem Glück war der Tisch mit den Broschüren über die Reiseangebote nach Andalusien zwischen uns, sonst wäre er mir sicher spontan um den Hals gefallen.

Irgendwie ist es mir dann sehr höflich doch noch gelungen ihn zum weiter ziehen zu bewegen. Das aber mit vielfachem Händedruck, Verbeugung und freudiger Erregung meines neuen chinesischen Freundes.

Jeder Besucher, mit dem ich auf den Messen spreche, ist anders. Das machte das Arbeiten auf den Messe ja auch so interessant. Dieser Chinese war aber mal ganz anders und sehr freundlich. Mit diesem Gedanken habe ich dann auch diese chinesische Begegnung gedanklich verlassen.

Eigentlich wäre diese Begegnung alleine noch nicht erwähnenswert, wenn da nicht der nächste Messetag gewesen wäre.

Am nächsten Nachmittag, fast die gleiche Zeit, der selber Ort und plötzlich steht er wieder vor mir, mein grinsender großer Chinese. Diesmal kommt die spanische Begrüßung fließender über seine Lippen. Die Freude bei ihm scheint noch größer zu sein als gestern, was ich kaum für möglich gehalten habe, ihm aber gelungen ist. Jetzt hatte ich das Gefühlt, als er mich so erfreut anblickte, dass er jeden Moment um den Tisch saust und mich umarmt.

Nein, er erzählte mir, dass er für mich ein Regalos hat, was auf Deutsch ein Geschenk bedeutet. Zeitgleich wühlt er in seiner großen Umhängetasche und zaubert eine gelbe Tüte hervor.
Diese gelbe Tüte mit der Aufschrift: Gourmet Roasted übergibt er mir mit der Erklärung in Deutsch: Das sind geröstete Kastanien aus China, was an den chinesischen Schriftzeichen zu erkennen ist. Die Übergabe erfolgt mit einer kleinen Verneigung zu mir.

Kastanien aus Japan
Ich bin sprachlos, was bei mir sehr selten der Fall ist. Während ich nach den richtigen Worten suche, möglichst in für ihn verständlichem spanisch, kramt er wieder in seiner Umhängetasche. Nach kurzer Suche wird er fündig und eine kleine Broschüre kommt heraus.

Dieses Heftchen ist eine Information über seine Heimatstadt Tokio. Sinnvoller Weise in Spanisch. Da ich nun wusste, dass mein neuer Freund aus Tokio und nicht aus China war, ist auch klar, warum er nicht chinesisch aussieht.

„Mein“ Japaner weist mich besonders auf die Seiten fünf und sechs hin und zeigt mir ein Gewirr von Zeichen, was der Plan des öffentlichen Verkehrsnetzes in Tokio ist. Sein Kommentar dazu ist, dass wenn ich das nächste Mal in Tokio bin, weiß ich wo ich hin fahren kann. Auf den folgenden Seiten sind auch die Sehenswürdigkeiten mit kleinen Bildern zu sehen.

Der Grund, warum der Japaner am Samstag wieder auf der Reisemesse war, ist, dass er auf der gleichzeitig stattfindenden Denkmalschutz-Messe in der Nachbarhalle arbeitete. Er selber studiert Architektur in Leipzig.

Als ich ihm zum Abschied wieder eine Mango in die Hand drückte, wollte er die erst nicht annehmen, weil ich ihm doch gestern schon eine Frucht geschenkt hatte. Diese Konversation haben wir aber im guten Deutsch miteinander gemacht.
Meiner Haltung und meiner intensiven Beteuerung, dass ich es ihm sehr gerne gebe, konnte er dann doch nicht widerstehen. Nach gefühlten mindestens zehn Minuten Hand schütteln, freundlich Lächeln und verneigen konnten wir uns dann langsam voneinander trennen.

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