Römische Stadt Segobriga + Toledo mit Parador

Römische Stadt Segobriga + Toledo mit Parador

Spanienurlaub  7. Oktober bis 25.10.2017 mit Kai und Claudia

12.10. und 14.10.2017                   Paradoresrundreise Tag 6 bis Tag 8

Für Donnerstag, den 12. Oktober 2017, hatten wir nämlich die ehemals bedeutende römische Stadt Segobriga ins Visier genommen, die wir frühzeitig – kurz vor der Öffnung des Tores – erreichten (Eintritt sechs Euro pro Person).

Vitigotisches und römisches Segóbriga

Zunächst schlenderten wir durch das angeschlossene kleine Museum, um uns auf das Thema der ehemals bedeutenden römische Siedlung einzustimmen. Hierzu siehe auch http://www.sehepunkte.de/2011/09/19806.html
Das antike Segobriga (Saelices, Cuenca, Spanien) entwickelte sich dank seiner Minen seit der Kaiserzeit zu einer der wichtigsten Siedlungszentren im Binnenland der iberischen Halbinsel. Die direkten oder indirekten Gewinne aus der Minentätigkeit ermöglichten der Stadt eine umfassende Monumentalisierung ihres Innenstadtbereichs mit Amphitheater, Theater, Stadtmauer und weiteren Gebäudekomplexen. Gleichzeitig erlangte die Stadt dank ihrer Wirtschaftskraft großen regionalen und überregionalen Einfluss, der sich in den Inschriften aber eben auch in den Fundmünzen der Stadt niederschlägt.

Vitigotisches und römisches Segóbriga mit karger Umgebung

Erstaunlich wie die Römer auch in unwirtlich erscheinenden Gegenden ihre typische Infrastruktur aufbauten, hier möglich aufgrund der Minen von lapis specularis, dem durchsichtigen Kristall für Fenster. Gebaut am Hang eines Hügels, mit Thermen, Zisternen, einem großen Forum, einem Amphitheater, einem Stadion und einer großen Nekropole, also der gewohnten römischen Infrastruktur mitten im Niemandsland. Wasser musste aus einigen Kilometern Entfernung herbeigeführt werden, dafür benötigt es Wasserleitungen, zusätzlich große Zisternen, von denen wir noch Reste fanden.

Römisches Amphitheater in Segóbriga

Aus späterer Zeit Reste einer frühchristlichen Basilika von einem visigotischen Bischofssitz. Mich haben deren Grundriss und Reste der Architektur an frühchristliche Basiliken in Nordsyrien erinnert… Das Areal ist ausgedehnt und bietet wenig Schatten, aber eine gute Aussicht auf die recht einsam und trocken wirkende Landschaft mit weiten Feldern.
Um die Mittagszeit waren wir mit der Besichtigung fertig. Gut so, denn jetzt waren auch riesige Gruppen von Touristen unterwegs, und der Parkplatz war voller Autos.

Aranjuez Schloßpark

Auf unserer Fahrt nach Toledo am 12. Oktober hatten wir als nächstes Reiseziel Aranjuez eingeplant mit Schloss und dem großen Garten. Die Stadt war allerdings voller Menschen, die Autos stauten sich in den Straßen, Cafés und Restaurants quollen über, offenbar wieder ein Feiertag! Nachdem wir mit der Parkplatzsuche Glück hatten, begaben wir uns zum Schloss (Palacio Real) und mussten feststellen, dass dieses wohl aufgrund der Feiertage vom zehnten bis 12. Oktober geschlossen hatte. Bei dem warmen Wetter tat uns ein Spaziergang im schattigen, mit Skulpturen geschmückten Schloßpark gut und ein anschließendes Picknick auf einer Parkbank und wir setzten unsere

Parador de Toledo mit Pool

Fahrt nach Toledo fort, wo wir spätnachmittags im Parador anlangten und unser großes Zimmer im dritten Stock mit Balkon zum Swimmingpool bezogen. Zum Reinhüpfen schön!
Was für eine tolle Lage, was für eine fantastische Aussicht auf die Stadt Toledo und deren Umgebung vom Parador aus. Der Swimmingpool galt nach unseren Informationen offiziell nicht mehr als geöffnet, da keine Badeaufsicht mehr zur Verfügung stand, man konnte aber auf eigenes Risiko schwimmen gehen und Handtücher an der Rezeption ausleihen. Wir waren nicht die einzigen, die bei dem schönen warmen Wetter eine Erfrischung im recht kalten Wassers suchten – angeregt plauschende Amerikanerinnen genossen den Pool ebenso.

Toledo Blick vom Parador

Da es in der Nähe keine erkennbare Möglichkeit gab eine Kleinigkeit zu essen, fuhren wir abends noch nach Toledo in eine zentrumsnahe Tiefgarage, spazierten durch die Altstadtgassen und aßen eine Kleinigkeit in einer Bar in der Nähe der Markthalle.
Am Freitag, den 13. Oktober 2017, parkten wir auf einem der großen Parkplätze in der Nähe des Flusses und gingen zu Fuß in die Altstadt hinauf über eines der mächtigen Stadttore, auf dem Weg Kirchen, Klöster, deren Architektur und die Aussicht bewundernd. Der Morgen gestaltete sich sehr geschäftig. Die Gassen waren mit Lieferwagen verstopft. Menschen eilten zum Einkaufen.

Toledo Kathedrale

 

Wir gingen über einen Platz und die Handelsstraße in Richtung Kathedrale, wo sich vor dem Ticketschalter schon eine längereMenschenschlange gebildet hatte (zehn Euro Eintritt), und besichtigten diese gründlich, besonders den Chor mit seinem geschnitzten Gestühl in allen Einzelheiten studierend. Nach 2 Stunden waren wir hungrig, gingen Tapas essen, dann in der Markthalle Obst, Käse und Tomaten einkaufen, holten uns ein dickes Paket Süßigkeiten aus dem berühmten Marzipan in einem weniger bekannten Kloster (im Convento Gaytanas), mäanderten durch die Altstadt hinunter zum Parkplatz und fuhren zum Parador zurück, wo wir uns den restlichen Nachmittag auf die faule Haut legten und noch ein kühles Bad im Pool wagten.

Toledo Puente de San Martin

 

Am nächsten Tag (Samstag, der 14. Oktober 2017) parkten wir in aller Frühe an einer der Brücken über den Tajo (San Martin) und begannen die Besichtigung von Toledo aus der anderen Ecke, zunächst das Kloster San Juan de los Reyes mit dem wunderschönen Kreuzgang, den zahlreichen Details in den Stuckarbeiten und den vielseitigen Bezeugungen der Macht der katholischen Könige, daneben Reste von Lagerhäusern, hernach die Synagoge del Transito (Schlange stehen und Sicherheitskontrolle inclusive),

Toledo San Juan de los Reyes Kreuzgang

 

das westgotische Museum in einer Kirche mit wunderschönen Fresken und einem steil zu besteigenden Turm mit Aussicht, und spazierten dann durch die Stadt hinunter zum Fluß, an den Resten einer römische Therme vorbei, entlang bis zur Puente de San Martin. Zum Mittagessen hatten wir uns einige gefüllte Teigtaschen in einem kleinen Restaurant mit französischem Besitzer gegönnt.

Der nächste Bericht folgt

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